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Erklärung für unsere Züchter zu Don Martillo

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Gestern, am 25.3.2019, haben wir erfahren, dass der Hengst Don Martillo langfristig nicht fit ist und eine Gangstörung aufweist. Wir haben ihn daher aus unserem Zuchtprogramm genommen.

Bereits Anfang Februar 2018 war aufgefallen, dass der Hengst die rechte, hintere Extremität krampfhaft hochzieht und erst nach Krampflösen langsam wieder absetzt. Am 24. Februar 2018 wurde uns dann wenige Stunden vor der geplanten Hengstschau in Vechta durch den Züchter mitgeteilt, dass der Hengst nicht teilnehmen könne wegen „Husten und Fressunlust“. Am 25. Februar 2018 hat sein Züchter den Hengst, der sich bis dahin auf dem Hof Oelrich befand, zu sich nach Walle geholt. Zu Beginn der Decksaison, erstmalig am 6.3.2018 brachte der Züchter den Hengst zum Absamen zu uns. Hier sah auch ich das erste Mal, wie der Hengst sein Hinterbein krampfhaft hochzog mit Verkrampfungen im Rücken, im Becken und im Schweif. Dies wurde jedoch mit den Transportgamaschen begründet, die er noch trug. Als der Hengst am 8.3.2018 erneut zu uns zum Absamen gebracht wurde, zeigte er die Krämpfe wieder, hatte aber diesmal erhebliche Schwierigkeiten, rückwärts vom Phantom zu treten und schaffte dies nur mit unserer Hilfe. Wir haben daraufhin seinen Züchter gefragt, ob der Hengst bereits tierärztlich untersucht worden sei. Dies wurde ausdrücklich verneint, stattdessen wurde eine physiotherapeutische Behandlung in Aussicht gestellt. Ab diesem Tag wurde der Hengst nicht mehr zu uns zum Absamen gebracht.

Gestern, am 25.3.2019, haben wir allerdings erfahren, dass der Hengst bereits mehr als ein Jahr zuvor, nämlich bereits am 21.2.2018, tierärztlich untersucht wurde, wobei ein „sehr auffälliges Shivering“ im Beisein des Züchters beobachtet worden war. Erst aufgrund erheblichen Drucks unsererseits wurden uns Anfang März 2019 Auskünfte über Untersuchungen bzw. Behandlungen des Hengstes mitgeteilt. Nachdem wir jetzt bei den Tierärzten nachgefragt haben, gingen uns diese Informationen zu. Mittlerweile haben wir auch erfahren, dass ein „Zittern“ der Hintergliedmaße tierärztlich durch eine weitere Klinik schriftlich im Mai und im September 2018 beschrieben worden war.

Da wir gestern erstmalig eine schriftliche, tierärztliche  Bestätigung erhalten haben, dass die Symptomatik bereits Anfang 2018  gesehen worden war, sehen wir uns aus Gründen der Transparenz unseren Züchtern gegenüber zu dieser Information veranlasst. Um den Hengst nicht der Gefahr von Schmerzen oder Leiden durch den Deckakt auf dem Phantom auszusetzen und um ein Risiko für die Nachzucht auszuschließen, werden wir ihn solange nicht als Zuchthengst anbieten, bis tierärztlich seine Gesundheit festgestellt wird.

Wir bedauern diese Entwicklung sehr, sehen aber aus Gründen der Fairness dem Hengst und der Offenheit unseren Züchtern gegenüber derzeit keine andere Option.

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